„Führung 3.0“ – was soll das sein?

Prolog: „Führung 3.0“ – was soll das sein?
Führungsverhalten, das auf Vorgaben, Anweisungen und Kontrolle beschränkt ist („Führung 1.0“), genügt den gegenwärtigen Anforderungen längst nicht mehr. Als Antwort auf ständig steigende Arbeitskomplexität rückten in den letzten Jahren die Dezentralisierung sowie die Delegation von Kompetenzen und Verantwortung in den Vordergrund. Hierzu müssen Mitarbeiter/innen weitgehend in Zielfindungs- und Lösungsprozesse mit einbezogen werden, was ein deutliches Umdenken im Führungsverständnis mit sich brachte - dieser Paradigmenwechsel wird auch „Führung 2.0“ genannt. Unangenehme Begleiterscheinung ist der noch allgegenwärtige  Anspruch der ständigen Erreichbarkeit („24/7“), oft in Kombination mit überbordendem „Workload“ und schlecht ausgebildeten Chefs. Die junge, hinsichtlich Lebensqualität anspruchsvollere „Führungsgeneration X“, macht diesen letztlich krank machenden Wahn zunehmend nicht mehr mit.

Progressive Führungskräfte kümmern sich also um die Eindämmung dezentralen Wildwuchses und um die inspirierende Gestaltung von Aufgaben und Arbeitsbedingungen, nicht zuletzt als Reaktion auf den demographischen Wandel. Organisationen sollen die individuellen Kräfte von Menschen freisetzen. Voraussetzung hierfür ist eine Qualität, die bislang nicht erforderlich war: Führung, hoch sozialkompetent und entscheidungsstark, wird zur Leidenschaft, zur Berufung! Das ist der Kern von „Führung 3.0“, der nächsten Evolutionsstufe. Unternehmen mit einer fördernden Führungskultur sind hier bereits auf dem Weg.